garantiert mobil! bringt den Odenwaldkreis näher zusammen

OREG-Mobilitätsprojekt startet am 8.September 2017

Höchst. Grünes Licht für den Projektstart garantiert mobil! gaben am Freitag (8.) im Kloster in Höchst i. Odw. vor geladenen Gästen der Landrat des Odenwaldkreises, Frank Matiaske, der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Energie und Landesentwicklung, Mathias Samson, und der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), Dr. André Kavai. Alle drei betonten den bundesweiten Modellcharakter des Projektes, der richtungsweisend auch für andere ländliche Landkreise sein kann. „Alle Landkreise haben hinsichtlich der Sicherung des ÖPNV das gleiche Problem“, so Staatssekretär Samson. Allerdings seien die Strukturen oft unterschiedlich, so dass es nicht das eine Konzept gebe, das überall passe. Er freue sich, dass die OREG das Thema so offensiv angegangen sei und dabei auch aufgezeigt habe, wo der deutsche Rechtsrahmen der Personenbeförderung weiterentwickelt werden müsse.
Das Land Hessen hat diese Entwicklung des Buchungsportals mit 500.000 € unterstützt. Dafür erhielt der Staatssekretär auch nochmals den ausdrücklichen Dank des Landrates. „Ohne diese Hilfe wären wir nicht in der Lage gewesen, die Buchungs-App zu entwickeln“, so Matiaske. Ausdrücklich zuversichtlich zeigte sich der Landrat, dass garantiert mobil! ein Erfolg wird. „Der Mobilitätsmarkt stehe am Anfang einer revolutionären Wende, und wir sind froh, dass der Odenwaldkreis mit neuer Technik und neuen Konzepten vorne dabei ist“, betont Matiaske.

Wie kann öffentliche Mobilität in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nachhaltig organisiert werden? Seit Jahren beschäftigen sich Fachleute in der gesamten Bundesrepublik auf verschiedenen Ebenen mit diesem Thema. Neuen Schwung hat die Digitalisierung mit dem Smartphone als Innovationstreiber gebracht. Wenngleich sich damit neue Möglichkeiten der Organisation von Mobilität eröffnen, bleibt die Grundproblematik bestehen: Wie kann man Menschen für öffentliche Mobilität begeistern und wie kann man (bezahlbare) Angebote schaffen, die eine Alternative zur Autofahrt darstellen. Denn bei allem Bemühen um ein gutes ÖPNV-Angebot, ist das Auto bislang auf dem Land das Verkehrsmittel der Wahl, um am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzunehmen und um seine täglichen Bedürfnisse zu besorgen. Doch wie geht es weiter? Es bedarf keiner neuen Ölkrise, die Hiobsbotschaften um Klimaschutz, Dieselskandal und mögliche Kartellabsprachen alleine lassen erkennen, wie fragil es um die individuelle Mobilität steht. Vorsorge ist daher dringend geboten.

Mit ihrem Mobilitätsprojekt garantiert mobil! legt die OREG für den Odenwaldkreis ein Konzept vor, wie öffentliche Mobilität nachhaltig gesichert werden kann. Dabei geht es darum, die Grundversorgung durch den Buslinienverkehr zu erhalten, aber neue Mobilitätsangebote zu schaffen und so zu vernetzen, dass sich nicht nur die Wirtschaftlichkeit verbessert, sondern auch und insbesondere Synergien für den Fahrgast entstehen.

Das Zauberwort heißt „Mobilitätsgarantie“
Jederzeit von der Ortschaft ins nächste Zentrum zu kommen, ohne an Fahrpläne gebunden zu sein, klingt wie: „ist nur mit dem Auto möglich“ oder „muss man ein Taxi bestellen“. Mit garantiert mobil! geht das künftig auch anders: Täglich von 5-22 Uhr (samstags von 6-22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8-22 Uhr) gibt es auf allen Strecken von den Ortschaften im Zulauf auf die jeweils „zuständigen“ Zentren Höchst, Bad König, Beerfelden, Reichelsheim  und immer auch nach Erbach und Michelstadt eine Mobilitätsgarantie durch die Buchbarkeit einer sog. taxOMobil-Fahrt. Kennen muss man nur die Strecken mit Mobilitätsgarantie, die dem Verlauf der traditionellen Buslinien entsprechen und eine Vorlaufzeit von mindestens 60 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit als Buchungsfrist einhalten. Buchen kann man ein taxOMobil innerhalb des Angebotszeitraums zu jeder Zeit, entweder exklusiv nur für sich, oder man lässt das Zubuchen durch andere Fahrgäste zu.

Mitnahmefahrten erhöhen die Beförderungsangebote
Jede Autofahrt ist im Schnitt mit 1,2 Personen besetzt. Stellt man freie Plätze auf Strecken, die man ohnehin befährt, zur Verfügung, tut man Gutes und verschafft anderen Menschen Fahrtmöglichkeiten, die sie sonst nicht hätten. Nach diesem Prinzip funktioniert das Trampen und funktionieren digitale Mitfahrbörsen. garantiert mobil! macht sich dies zu Nutze und erweitert mit privaten und gewerblichen Mitnahmeangeboten das Angebot an Beförderungsleistungen.
Eine Mitnahmefahrt anbieten kann jeder, der mindestens 21 Jahre alt und im Besitz eines gültigen Führerscheins mindestens der Klasse „B“ ist. Eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung ist dazu ebenso wenig notwendig, wie eine zusätzliche Versicherung oder eine besondere TÜV-Untersuchung für das Auto.
Wer eine Mitnahmefahrt buchen will, muss mindestens 14 Jahre alt sein und darf bis zu seiner Volljährigkeit nur Mitnahmefahrten in Anspruch nehmen, die bis 22 Uhr beendet sind. Der Fahrpreis, den der Mitfahrer zahlt, ist der gleiche wie bei der Nutzung des ÖPNV. Der Fahrpreis wird nach Abzug einer Vermittlungsprovision an den Mitnahmeanbieter in Form einer Mitnahmeentschädigung in Höhe von 12 €Cent / km weitergeleitet.

Online Registrieren und Buchen
Garantiert mobil!-Fahrten können ausschließlich über das Informations- und Buchungssystem odenwaldmobil.de gebucht werden. Dazu muss man sich als Fahrgast und Fahrtanbieter einmalig registrieren. Mit der Registrierung wird ein internes Verrechnungskonto im Buchungsportal eröffnet, über das Fahrpreise gezahlt und Gutschriften erteilt werden. Für Mitnahmefahrten ist das Buchungsportal ein Sicherheitsgarant, da die Beförderungen - anders als bei Mitfahrbörsen – nicht anonym stattfinden. Fahrgast und Mitnahmeanbieter sind namentlich bekannt und können sich nach abgeschlossener Fahrt auch gegenseitig bewerten.
Der Zugang zum Buchungssystem erfolgt via Internet oder der garantiert mobil!-App, die für Smartphones mit den Betriebssystemen IOS (ab Version 9.0) oder Android (ab Version 5.1) zur Verfügung steht. Barrierefrei ist das Buchungssystem auch telefonisch oder durch persönliche Vorsprache über die Mobilitätszentrale erreichbar.

Freie Wahl – gleicher Preis

garantiert mobi!-Fahren ist einfach - drei Buchungsschritte genügen:

1.    die gewünschte Fahrtverbindung suchen
2.    zwischen den angebotenen Fahrten auswählen.
3.    Fahrt buchen

Die Verbindungssuche zeigt im Ergebnis alle ÖPNV-Regel- und RufBus-Fahrten, private und gewerbliche Mitnahmefahrten und taxOMobil-Fahrten hierarchiefrei an, die es für die angefragte Relation und die angefragte Abfahrtszeit gibt. Immer angeboten wird eine taxOMobil-Fahrt zur Wunsch-Abfahrtszeit. Für alle Fahrten zahlt man den gleichen Grundpreis, der dem RMV-Verbundtarif entspricht. Für eine taxOMobil-Fahrt ist zusätzlich ein entfernungsabhängiger Zuschlagspreis zu zahlen. Dessen Höhe kann man beeinflussen, indem man möglichst früh bucht (Frühbucherrabatt) oder bereit ist, noch andere Fahrgäste mitzunehmen (Zubucherrabatt). Gültige RMV-Wochen-, Monats- oder Jahreskarten des Jedermann- und Ausbildungstarifs, die im Buchungssystem hinterlegt sind, werden bei allen Buchungen anerkannt; die Zahlung des Grundpreises entfällt damit.

Eine taxOMobi-Fahrt kostet (ohne Rabattierungen) zwischen 5 € auf der Kurzstrecke und knapp 30 € z.B. von Hesselbach nach Michelstadt. In den hauptsächlich genutzten mittleren Reiseweiten von 6 bis 9 km liegt der Fahrpreis (Grundtarif plus Zuschlagspreis) bei ca. 11-13 € für die einfache Fahrt. Liegt eine RMV-Zeitkarte vor, ist nur der Zuschlagspreis von 7,50 € bzw. 10 € zu zahlen. Frühbucher erhalten einen Rabatt von 30 %. Gibt es zusätzlich noch einen Sponsor, der die Hälfte des Zuschlagspreises subventioniert, wie im Falle der jetzt fusionierenden Oberzentgemeinden, dann zahlt der Frühbucher von Rothenberg nach Beerfelden anstelle von 13,15 € nur noch 6,50 €.

taxOMobil-Fahrten gehören nicht nur ÖPNV-Grundversorgung. Sie stellen ein Mobilitätsangebot zu Zeiten dar, in denen eine Grundversorgung mit klassischen ÖPNV-Verkehrsmitteln nicht leistbar ist, weil der Aufwand zu hoch und die Nachfrage zu gering ist. taxOMobil-Fahrten haben auch nicht den Anspruch, in jedem Fall günstiger zu sein, als die klassische Taxi- oder Mietwagenfahrt. Diese haben weiterhin ihre Existenzberechtigung, wenngleich die Grenzen flüssiger werden.

Synergien erwartet
Rund 14.400 Fahrgäste nutzen werktags nach der RMV-Verbundverkehrserhebung 2015 die lokalen Buslinien. Diese Nachfrage soll um 12 % steigen, wenn das ÖPNV-Angebot durch garantiert mobil!-Fahrten ergänzt wird. Etwa 1.700 zusätzliche Fahrgäste am Tag sollen diese neue Form der Mobilität im Odenwaldkreis nutzen, wovon 70 % wiederum dem klassischen ÖPNV zufließen, der überproportional davon profitiert, dass man ein wesentlich erweitertes Mobilitätsangebot erhält. 20 % werden auf Mitnahmefahrten entfallen und 10 % auf taxOMobil-Fahrten. Bezogen auf ein Referenz-Betriebsjahr erwartet die OREG kreisweit ca. 83.000 Mitnahmefahrten und ca. 31.500 taxOMobil-Fahrten. Ob und wann sich diese einstellen, ist zunächst offen. Ein besonderes Risiko für die OREG oder den Odenwaldkreis ist damit nicht verbunden, denn Mitnahmefahrten und taxOMobil-Fahrten finanzieren sich selbst. Hier bleibt der OREG nur die sorgfältige Beobachtung und eine mögliche kalkulatorische Nachsteuerung. Seriöse Aussagen sind erst nach einer längerfristigen Evaluation möglich, denn niemand vermag zu prognostizieren, wie hoch z.B. der Anteil derer sein wird, die für ihre taxOMobil-Fahrt eine RMV-Zeitkarte einsetzen.

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